Einmaliges Chorkonzert mit über 100 Jugendlichen

«Anneli, wo bisch geschter gsi?» – Die Musik kennt keine Sprachgrenzen

Am Samstag, 8. Februar 2020 luden die Jugendchöre der Singbox Wil und der Domsingschule St. Gallen zusammen mit ihrem Gastchor aus dem Tessin, dem Coro Calicantus zu einem Begegnungskonzert in die Kirche St. Peter in Wil ein.

Die Konzertbesucher wurden von Anita Leimgruber, Dirigentin der Domsingschule St. Gallen, auf sehr sympathische Art begrüsst und auf das bevorstehende Konzert eingestimmt. Aufgrund einer Ohrenentzündung musste sie das Dirigieren ihrem Mann Markus Leimgruber überlassen.

Der Gesang lässt uns wachsen, lässt uns zusammenkommen, mutig nach vorne schauen und neues wagen

Seit der ersten Kontaktaufnahme im August 2019 wurden unzählige E-Mails in verschiedenen Sprachen von der Ostschweiz nach Locarno und zurück gesendet – Das Resultat war ein äusserst gelungenes musikalisches und freundschaftliches Zusammentreffen der rund 120 Jugendlichen aus der Ostschweiz und dem Tessin.

Den gemeinsamen Klang gefunden

Die Jugendlichen der Singbox Wil und der Domsingschule St. Gallen eröffneten das Konzert mit dem Lied «Come by here» von der Empore herab. Die weiteren fünf Stücke «Wildsbok» (Südafrika), «Min Schatz isch ke Zocker», «Anneli, wo bisch gester gsi», «Thula Sizwe» (Südafrika) und «Indodana» (ebenfalls aus Südafrika) wurden im Kirchenschiff und im Chorbereich der Kirche gesungen und teilweise mit Choreografien untermalt. In gewohnt konzentrierter Art wurden die Lieder in
verschiedenen Positionen und mit solistischen Einlagen zum Besten gegeben.

Aufnahme vom Lied „Come by here“

Coro Calicantus, einer der besten und professionellsten Jugendchöre der Schweiz und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, begeistert auch die Ostschweizer

Der Dirigent, Mario Fontana, hat mit seinem Charm seine eher bescheidenen Deutschkenntnisse bei Weitem wett gemacht und die sehr persönlichen Liedansagen hatten einen beträchtlichen Unterhaltungswert. Er hat für diesen Abend ein Programm aus vielen verschiedenen Stilrichtungen auf höchstem Niveau zusammengestellt und liess den Chor von der begnadeten Pianistin Simone Crociani begleiten. Es wurden u.a. «Kdyz jsi stesti» von Jan Facilis Boleslavsky, «Clap yo’ hands» von George Gershwin (1898-1937) arr. P. King, «Lauliku Lapsepoli» von Vejo Tormis und «Ohisama» (aus Japan) vorgetragen. Die Jugendlichen überzeugten mit ausdrucksstarkem Gesang, choreografischen und solistischen Einlagen sowie immer wieder neuer Aufstellung und schlossen ihren Teil mit «Homeward bound» von Simon & Garfunkel inklusive Gitarrenbegleitung des Dirigenten ab.

Die drei Chöre verschmolzen zu einem grossen Ganzen

Im dritten Konzertteil wurden die Lieder „Signore delle cime“ und „Shosholoza“ von den drei Chören zusammen gesungen. Das Lied „Signore delle cime“ stammt aus dem Tessin und wurde von Mario Fontana ausgesucht und dirigiert.

Als Abschluss erklang das populäre und sehr bekannte südafrikanische Lied «Shosholoza», dirigiert von Markus Leimgruber. Dieses Stück wurde 1959 von Todd Matshikiza komponiert. Das isiZulu-Wort shosholoza bedeutet in etwa «Mutig nach vorn schauen». Es zählt seit Jahrzehnten zu den Lieblingsliedern der Südafrikaner und wird auch in Fussballstadien und an Tennisturnieren gesungen. Markus Brechbühl hat die Chöre mit dem Cajon begleitet und für authentisches «Afrika-Feeling» gesorgt.

Die sehr hohe Besucherzahl, die Standing Ovations sowie die grosszügig ausgefallene Kollekte sprachen für sich: Das Publikum war hingerissen von diesem eindrucksvollen Konzertabend.

Für die Jugendlichen und Familienangehörige ging der Abend jedoch noch weiter: Sie feierten ihren Erfolg am grossen Kuchenbuffet im Pfarreizentrum und lernten dabei ihre neuen Freunde aus dem Tessin näher kennen, welche später bei Gastfamilien in Wil und St. Gallen übernachteten.

Dirigent vs. Eventmanager – gemeinsames Sightseeing in St. Gallen

Am Sonntagmorgen wurde das Gepäck der neuen Freunde bereits wieder in den Car eingeladen. Doch bevor die Tessiner ihre Heimreise antraten und sich verabschiedeten, stand noch eine gemeinsame Besichtigung des Stiftsbezirks in St. Gallen auf dem Programm. Dieses Wochenende wird den jungen Sängerinnen und Sängern wie auch den Organisatoren bestimmt in unvergesslicher Erinnerung bleiben.